3. Mrz, 2019

nicht nur

in einem Tatoo-Katalog gesehen:

"You see all my light and you love all my dark"

Nein, ich lasse mir diesen Text nicht tätowieren.

Aber er inspiriert mich. Was so locker flockig daher kommt, fällt oft schwer.

Das Helle, Frohe, Lichte und Leuchtende eines Menschen sehen ist herzaufschliessend, ist weltumarmend, ist ansteckend und immerhabenwollend, es ist der Tanz über die Brücke, das barfussspazieren über die Wiese, das C-Dur-Liedchen singen. Ohne Ende.

Das ist nicht schwer. Das tut gut.

Das Anspruchsvolle kommt erst. Denn du kannst beim Hellen nicht für immer verweilen.

Das Nahe, Erfüllende und letztlich Bereichernde erlebe ich dann, wenn ich mit jemandem unter der Brücke hindurch gehe, mühsam hinutersteige und das Tal zu überwinden versuche, wenn ich mit meinem Weggenossen, meiner Weggenossin den Pfad durch unwegsames Gelände erkämpfe, wenn ich mit ins a-Moll-Lied stimme und der dunklen Seite nicht den Rücken hinkehre.

Von mir aus ist das Liebe, ja, denn es ist ein zutiefstes An-nehmen der Menschen im eigenen Leben, der Männer und Frauen, denen ich auf meinen Wegen begegne, mit denen ich ein Stückweit mitgehen darf, die sich bei mir anschliessen möchten. Wir können uns Öffnen und einander Teilhaben lassen, wir werden zu Beschenkten.

Reich und Vielgestaltig, schön und anregend.

Immerwieder.

"You see all my light and you love all my dark"